Wohlfühlen im Büro – persönliche Gegenstände und Deko am Arbeitsplatz in Balance

Wohlfühlen im Büro – persönliche Gegenstände und Deko am Arbeitsplatz in Balance

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Das Foto der Familie, des Partners oder der Kinder auf dem Schreibtisch gehört zu den vertrautesten Bildern aus dem Büroalltag? Die Arbeitspsychologie beschäftigt sich seit Längerem mit dieser Form der Arbeitsplatzgestaltung. Wie genau lässt sich der Arbeitsplatz besonders harmonisch gestalten, ohne dass es ablenkend wird? So gelingt das moderne Wohlfühlen im Büro wirklich.

Eine individuell gestaltete Arbeitsumgebung steht dabei mit einer höheren Zufriedenheit mit der physischen Arbeitsumgebung, mit der Arbeit selbst und mit dem Wohlbefinden in Verbindung. Bei der konkreten Umsetzung solltet ihr jedoch einige zentrale Punkte beachten. Einerseits geht es um ein gutes Gefühlt, andererseits sollte ein gewisses Maß an Professionalität beibehalten werden.

Wohlfühlen im Büro – ein Stück Persönlichkeit

Persönliche Gegenstände können zunächst einen identitätsbezogenen Bezug zum Arbeitsplatz herstellen. Ein Foto der Familie verweist auf wichtige Beziehungen, ein Bild aus dem letzten Urlaub auf eine persönliche Erinnerung. Daneben stehen vielleicht eine kleine Pflanze, eine besondere Tasse, ein Erinnerungsstück oder ein persönlicher Fotokalender.

Solche Dinge bringen Aspekte des eigenen Lebens in eine Umgebung ein, die ansonsten vor allem durch ihre Arbeitsfunktion bestimmt ist. Der Arbeitsplatz wird dadurch nicht nur nach praktischen Kriterien wahrgenommen, sondern kann stärker mit der eigenen Person und den eigenen Erfahrungen verbunden werden.

Orte als Teil des persönlichen Selbstverständnisses

Genau hier setzt das Konzept der Place Identity an: Orte können Teil des persönlichen Selbstverständnisses werden und dadurch mehr sein als eine rein funktionale Umgebung.

Persönliche Gestaltung ist dabei eine von mehreren Möglichkeiten, eine solche Verbindung zum Arbeitsplatz zu unterstützen. Entscheidend ist nicht der einzelne Gegenstand, sondern der persönliche Bezug, den Beschäftigte mit ihrer Umgebung herstellen können.

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Verbindung zwischen Orten und eigenem Selbstverständnis

Hier setzt das Konzept der Place Identity an. Es beschreibt die Verbindung zwischen einem Ort und dem eigenen Selbstverständnis. Aktuelle Forschung zu hybriden Arbeitswelten zeigt außerdem, dass sich diese Beziehung zum Arbeitsplatz verändert, wenn Menschen nicht mehr regelmäßig am selben Ort arbeiten.

Je nach Arbeitsorganisation kann sich die Identifikation stärker auf das Zuhause, den Arbeitsplatz, eine Verbindung beider Orte oder sogar virtuelle Räume richten. Persönliche Gestaltung ist dabei nur ein möglicher Baustein. Sie kann einem Arbeitsplatz individuelle Bezüge geben und sichtbar machen, was jemand mit diesem Ort verbindet.

Mitgestaltung des eigenen Umfelds

Neben der Identität ist ein zweiter psychologischer Aspekt relevant: Kontrolle über die eigene Umgebung. Forschung zur Arbeitsplatzgestaltung weist darauf hin, dass persönliche Kontrolle und Entscheidungsspielräume für das psychosoziale Erleben von Arbeit relevant sind.

Dabei werden unter anderem Zusammenhänge zwischen der Gestaltung der Arbeitsumgebung, wahrgenommenem Handlungsspielraum, sozialem Umfeld und emotionaler Erschöpfung beobachtbar.

Eine kleine persönliche Gestaltung ist natürlich kein Ersatz für tatsächliche Entscheidungsspielräume bei der Arbeit. Sie kann aber eine unmittelbare Form der Mitgestaltung des eigenen Umfelds darstellen.

Aus persönlich darf nicht beliebig werden

Persönliche Gestaltung braucht allerdings Grenzen. Forschung zu personalisierten Arbeitsplätzen verweist auch auf Territorialität: Wer seinen Platz individuell gestaltet, markiert damit unter Umständen nicht nur seine Persönlichkeit, sondern auch eine Form von Zugehörigkeit und persönlichem Raum.

Das muss nichts Negatives sein. Ein eigener, vertrauter Bezugspunkt kann gerade in offenen Büros angenehm sein. Problematisch wird Personalisierung eher dort, wo sie andere beeinträchtigt oder gemeinsam genutzte Flächen faktisch zum Privatbereich macht.

Wohlfühlen im Büro – einfache Deko-Regeln

Deshalb gilt bei der Büro-Deko eine einfache Regel: Nicht möglichst viele Gegenstände machen einen Arbeitsplatz persönlich, sondern eine überschaubare Auswahl, die für die jeweilige Person tatsächlich Bedeutung hat und das Arbeiten nicht erschwert.

Persönliche Gestaltung muss dabei nicht am eigenen Schreibtisch enden. Ein Büro besteht schließlich auch aus Räumen, die von mehreren Menschen genutzt werden: beispielsweise der Küche, dem Pausenraum, der Lounge oder dem Besprechungsbereich.

Besondere Bedürfnisse an Orten der Gruppe

Hier verändert sich allerdings die psychologische Perspektive. Während persönliche Gegenstände am eigenen Arbeitsplatz vor allem einen individuellen Bezug herstellen, kann die Gestaltung eines gemeinsam genutzten Raumes etwas über die Gruppe erzählen.

Das lässt sich mit dem Konzept der sozialen Identität verbinden. Menschen verstehen sich nicht ausschließlich als Individuen, sondern auch als Mitglieder sozialer Gruppen. Im Arbeitsleben kann beispielsweise die Zugehörigkeit zu einem Team Teil dieses Selbstverständnisses sein.

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Wohlfühlen im Büro durch soziale Beziehungen

Damit kommt auch der Gedanke des Teambuildings ins Spiel – allerdings mit einer wichtigen Einschränkung. Ein gemeinsames Bild oder ein Kicker macht aus einer Gruppe nicht automatisch ein gutes Team.

Dafür sind Arbeitsorganisation, Führung, Kommunikation und die Qualität der Beziehungen wesentlich wichtiger. Gemeinsame Erlebnisse können dabei im Alltag präsent bleiben – etwa ein Betriebsausflug, eine Feier oder der Abschluss eines Projekts.

Solche Momente lassen sich auch in Bildern festhalten und in einem gemeinsam gestalteten Kalender über das Jahr hinweg immer wieder aufgreifen. Der Wert liegt in den Erinnerungen, die sichtbar gemacht werden und an die man anknüpfen kann.

Zwischen entspannten Begegnungen und Stressfaktoren

Der Pausenraum ist für entspannte Begegnungen besonders geeignet, weil dort der formelle Arbeitsauftrag für einige Minuten in den Hintergrund treten kann. Ein Gespräch über eine gemeinsame Erinnerung oder die Planung eines kommenden Ereignisses ist zwar noch kein Teambuilding im engeren Sinn, kann aber Teil jener sozialen Interaktionen sein, die einen Arbeitsplatz menschlicher machen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bewertet soziale Beziehungen am Arbeitsplatz ausdrücklich sowohl als Ressource als auch als möglichen Stressfaktor. Soziale Unterstützung durch Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzte kann sich günstig auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken.

Konflikte, soziale Ausgrenzung oder fehlende Unterstützung können dagegen belastend sein. Ein gestalteter Pausenraum kann gute Beziehungen nicht herstellen, er kann aber einen Rahmen bieten, in dem Begegnung und Austausch stattfinden können.

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Persönliche Bürogestaltung mit Augenmaß

Am eigenen Arbeitsplatz können wenige persönliche Gegenstände bereits genügen, um der Umgebung einen individuellen Charakter zu geben. Ein Lieblingsbecher, eine kleine Pflanze, ein Kalender oder ein Erinnerungsstück können Vertrautheit schaffen, ohne dass der Schreibtisch zur privaten Ablage wird.

In gemeinsam genutzten Bereichen geht es dagegen stärker darum, einen Raum zu gestalten, in dem unterschiedliche Menschen Platz finden und sich wiederfinden können.

Persönlichkeitsfaktoren beim Wohlfühlen im Büro

Entscheidend ist deshalb nicht die Menge der Dekoration, sondern ihre Passung. Persönliche Gestaltung sollte die Konzentration und Funktion des Arbeitsplatzes nicht beeinträchtigen und zugleich Rücksicht auf Kolleginnen und Kollegen nehmen.

Besonders in offenen oder flexibel genutzten Büros können kompakte, mobile Gegenstände sinnvoll sein, die sich bei einem Arbeitsplatzwechsel unkompliziert mitnehmen lassen. Eine durchdachte Umgebung muss dabei weder steril noch überladen sein.

So entsteht ein Arbeitsplatz, der professionell bleibt, ohne unpersönlich zu wirken – und ein gemeinsamer Bereich, der Zugehörigkeit ermöglicht, ohne Individualität einzuschränken.

Wir wünschen euch ein angenehmes Umfeld – räumlich und sozial! 

Artikelbild: Elsa Noblet / Unsplash